Deutschland wird elektromobil

Ganze 1.588 Elektroautos waren am 1.1.2010 laut Kraftfahrtfahrt-Bundesamt in Deutschland offiziell zugelassen. Geht es nach der aktuellen Bundesregierung, so sollen es in zehn Jahren schon rund eine Million Fahrzeuge sein, die auf Deutschlands Straßen leise dahinrollen.

Wenn auch die heimischen Automobilhersteller ganz andere Sorgen haben, so blieben sie doch bisher nicht untätig. Audi etwa möchte am Jahresende seinen ersten Hyrid auf den Markt bringen, der aus einer Kombination von Benzin- und Elektromotor besteht. Und auf dem diesjährigen Genfer Autosalon stellten sie mit dem e-tron ihr erstes Elektrofahrzeug vor, welches schon ab 2012 in Serie gehen soll.

Während anderenorts – wie etwa in Kalifornien – per Gesetz der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen die Autohersteller zum Weiterdenken zwingt, setzt man in Deutschland auf Studien und auf die “Nationale Plattform Elektromobilität”. Auf letzterer sollen sieben Arbeitsgruppen Maßstäbe für eine künftige Forschungsförderung definieren. In der Leitungsgruppe findet man erstaunlicherweise keinen echten Automobilfachmann, stattdessen hochdekorierte Vorstandschefs und  – wer hätte es nicht gedacht – ehemalige Politiker.

Während die Japaner schon seit 1997 mit Elektroautos in Kalifornien präsent sind, fordern die deutschen Automobilhersteller, allen voran Daimler-Chef Zetsche, erstmal mehr Infrastruktur-Investitionen zur Förderung von Elektrofahrzeugen vom deutschen Steuerzahler. Da ist BMW wohl schon einen Schritt weiter, die Bayern wollen nämlich zukünftig selbst Batterien für ihre zukünftigen Elektroautos produzieren, die sie ab 2013 auf den Markt bringen wollen.

Die chinesische Regierung hat vor ein paar Monaten angekündigt, dass sie in den kommenden Jahren rund 30 Milliarden Euro in die Entwicklung dieser Technik investieren wird. Damit wollen sie innerhalb der nächsten fünf Jahre den Absatz auf 1,5 Millionen Fahrzeuge erhöhen. Das ist schon einiges mehr als die geplanten eine Million Fahrzeuge der Deutschen, die sich dafür aber 10 Jahre Zeit lassen wollen. Und Zeit ist in diesem Zusammenhang etwas, was wirklich knapp ist. Denn die Chinesen sind in diesem Segment die härtesten Mitbewerber der deutschen Automobilbauer.  Vorbei sind die Zeiten, als sie alles nur kopierten und preiswerter auf den Markt warfen. Nun haben sie erstmalig die Gelegenheit, es ihren Lehrherren zu zeigen, und das werden sie sich nicht entgehen lassen.

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