Immer mehr H-Kennzeichen unterwegs

Des einen Freud – des anderen Leid. Während der eine die freie Landstraße dazu benutzt, um endlich mal Gummi zu geben, fährt der andere in seinem Oldtimer gemächlich dahin. Und die Anzahl der Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, wird immer größer. Das zumindest hat nun der Verband der Automobilindustrie (VDA) erstmals in einer detaillierten Auswertung der Fahrzeuge mit H-Kennzeichen herausgefunden. Dabei erhalten das für Oldtimer reservierte H-Kennzeichen all jene Oldtimerfahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt sind und sich in einem guten Pflege- und Erhaltungszustand befinden, sowie weitgehend dem Original entsprechen.

Demnach ist die Zahl der Oldtimer in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Allein in den letzten fünf Jahren um mehr als ein Drittel (plus 37 Prozent) auf aktuell rund 210.000 Fahrzeuge. Neun von zehn Oldtimern sind Pkw (188.360), hinzu kommen noch 7.691 Krafträder, 6.553 Nutzfahrzeuge, 5.470 Zugmaschinen und 1.880 sonstige Fahrzeuge.

Bei den Pkw führt  – wer hätte das gedacht – die Marke Mercedes-Benz mit 43.839 Einheiten (23,3 Prozent) die Rangliste an. Danach folgen Volkswagen mit 34.970 (18,6 Prozent), Opel mit 15.125 (7,2 Prozent), Ford mit 9.909 (4,7 Prozent) und Porsche mit 9.465 Pkw (4,5 Prozent).
Ganz oben in der Rangliste der einzelnen Modelle steht der VW-Käfer mit 23.380 Fahrzeugen mit weitem Abstand auf Platz eins. Danach folgen drei Modellreihen von Mercedes-Benz: Mit 6.094 Einheiten die mittleren Baureihe 114/115 – in Oldtimerkreisen auch liebevoll „Strich-Acht“ genannt – sowie 4.843 Fahrzeuge der berühmten „Heckflosse“ (Baureihe 110/111). Nicht nur Luxus- oder Sportwagen genießen heute Kultstatus. Erst danach folgen der Mercedes „SL“ der Baureihe 107 mit 4.550 Einheiten und der Porsche 911/912 mit 3.949 Einheiten.

Erwartungsgemäß sind unter den Pkw mit H-Kennzeichen die deutschen Marken führend. Fast zwei Drittel aller Fahrzeuge (122.844 Einheiten), stammen von deutschen Herstellern. An zweiter Stelle finden sich 26.368 Oldtimer aus England (14,0 Prozent), und die USA mit 13.366 Pkw (7,1 Prozent).

Das H-Kennzeichen wurde 1997 eingeführt, um kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut in der Bundesrepublik zu schützen und zu bewahren. Voraussetzung für ein H-Kennzeichen ist ein Mindestfahrzeugalter von 30 Jahren. Für die Oldtimer fällt dann ein einheitlicher ermäßigter Kfz-Steuersatz von lediglich 191,73 Euro an. Außerdem haben die Fahrzeuge freie Zufahrt zu den Umweltzonen.

Die Auswertung des VDA hat überdies ergeben, dass bei weitem nicht alle Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, ein H-Kennzeichen tragen. Der Gesamtanteil der H-Kennzeichen an den Fahrzeugen älter als 30 Jahre beläuft sich auf nur 56,4 Prozent. Wie kommt’s? Nun, offt scheuen die Fahrzeughalter den Aufwand der H-Kennzeichen-Zulassung oder wollen bei hubraumschwachen Fahrzeugen die höhere Pauschalbesteuerung nicht in Kauf nehmen. Die Anzahl der H-Kennzeichen wird vermutlich mit der Einführung der neuen Wechselkennzeichen weiter sinken.  Dies tut der Freude an den Oldtimern allerdings keinen Abbruch.

Hinterlasse einen Kommentar

Neuste Artikel

Navigationsgeräte mit NAVTEQ Traffic

[caption id="attachment_8122" align="alignright" width="255"] (c) www.istockphoto.com/egdigital[/cap

Vorsicht beim Gebrauchtwagenkauf

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat in einer Studie zehn verschiedene Vergleichsportale

Der Toyota Prius 2 besticht mit hervorragender Leistung und zweifelhafter Optik

Der Toyota Prius 2 besticht mit hervorragender Leistung und zweifelhafter Optik

Mit gelungen Ergebnissen in der Pannenstatistik und einem TÜV-Report, der den ersten Platz verheiß

Das H-Kennzeichen für Gebrauchtwagen

Das H-Kennzeichen für Gebrauchtwagen

Mit dem Alter erhalten Gebrauchtwagen eine individuelle Kennzeichnung, die sie als Oldtimer auszeich

Der Chrysler Voyager und seine Probleme

Der Chrysler Voyager und seine Probleme

Der Chrysler Voyager bietet seinen Insassen zwar viel Platz, ist aber aufgrund seiner Mängelliste d