Seat

Anders als die meisten europäischen Autobauer geht die Gründung von Seat nicht auf die Idee eines Tüftlers oder aus einem Familienbetrieb hervor, denn Seat war eine geplante Firmengründung. Der spanische Staat wollte mit der Gründung von Seat im Jahre 1950 eine eigene Autofirma ins Leben rufen, um auf dem Automarkt in Europa ein Wort mitreden zu können. Die Gründung von Seat hatte aber noch einen anderen Grund. Während der Franco-Ära gab es in Spanien horrend hohe Importsteuern. Es war den Spaniern fast unmöglich, ein Auto aus ausländischer Produktion zu kaufen. Um das Volk bei Laune zu halten, wurde mit Seat das erste und bisher auch einzige Auto aus Spanien gebaut und verkauft.

Die Gründung des staatseigenen Betriebes kostete rund 600 Millionen Peseten. Den Hauptanteil bezahlte der spanische Industrieverband, 42 Prozent übernahmen die spanischen Banken und sieben Prozent steuerte Fiat bei. 1953 lief die Produktion an und das erste Auto von Seat verließ das Werk in Barcelona. Besonders beliebt wurde eines der ersten Modelle, der Seat 600. Fast alle Taxis in Spanien waren ein Seat 600. In den ersten Jahren baute Seat fast ausschließlich Lizenzautos für Fiat, bis es zum Bruch zwischen dem spanischen Neuunternehmen und dem italienischen Traditionsbetrieb kam. Der Grund war der Seat Ronda. Angeblich war dieser baugleich mit dem Fiat Ritmo, wurde aber von Seat als eigenständiges Modell ausgegeben. Fiat verzichtete darauf hin auf eine weitere Zusammenarbeit.

Das war die Chance für die deutsche Volkswagen AG, die schließlich mit 75 Prozent bei Seat einstieg. Mit dem kleinen und schicken Seat „Ibiza” wurde die spanische Autofirma auch in Deutschland sehr beliebt. Aber nicht nur in Deutschland sind die spanischen Wagen ein Renner, auch in Großbritannien erfreut sich Seat einer sehr großen Beliebtheit. So wurden alleine im Jahr 2003 in England 35.000 neue Seat zugelassen.

Auch im Rennsport hat sich Seat mittlerweile einen guten Namen gemacht und bereits mehrere Rallyes gewonnen.